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Rede zum 9. November

Rede von Franz-Robert Liskow zum 9.November auf unseren Parteitag in Ducherow

Heute ist ein historisches Datum: Der 9. November ruft als Jahrestag in uns Trauer und Freude, Stolz und Scham hervor.
Dieses Datum erinnert uns an die wechselvolle Geschichte unseres Landes und ermahnt uns, für Freiheit und Demokratie einzustehen.
Oftmals ist auch vom Schicksalstag der Deutschen die Rede.
Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann in Berlin die Republik aus.
In den Abendstunden des 9. November 1938 mündeten Rassenhass und Ausgrenzung der deutschen Juden in der Reichspogromnacht.
Der 9. November 1989 dagegen ist ein Tag der Freude. Mutige Frauen und Männer gingen in der damaligen DDR auf die Straße und verlangten nach Freiheit, welche sie am 9. November 1989 erreichen sollten.
30 Jahre ist dieser Tag mittlerweile her. Aber seine Bilder haben sich uns eingeprägt: Menschen, die vor Glück weinen, sich umarmen und oft nur ein Wort für das herausbringen, was vor ihren Augen gerade geschieht: „Wahnsinn!“
Die Bilder sind alt geworden; körnig und unscharf erscheinen sie uns. Und dennoch bewahren sie ihre Kraft. Wie große Gemälde sind sie zeitlos und berühren uns, als würden wir sie zum ersten Mal betrachten.
Der Grund dafür ist: Sie zeigen zwar nur, was an diesem Abend des 9. November passiert. Wir aber sehen die ganze Geschichte.
Es ist die Geschichte einer Staatsmacht, die ihr Volk jahrzehntelang unterdrückt hat und nun vor ihm einknickt.
Es ist die Geschichte eines Landes, das 40 Jahre lang von sich behauptet hat, demokratisch zu sein, und es nun endlich werden kann. Es ist die Geschichte mutiger Menschen. Es ist eine gute Geschichte.
Doch der Tag, an dem die Berliner Mauer fällt, kommt nicht über Nacht. Ihm ist eine Entwicklung über viele Jahre vorausgegangen.
Nach mehr als 28 Jahren fällt tatsächlich die Berliner Mauer.
Der 9. November 1989 besiegelt das Schicksal der kommunistischen Diktatur. Und er schickt ein Volk auf eine Reise mit noch unbekanntem Ziel. Der 9. November ist Ende und Anfang zugleich.
Es war ein großer Glücksfall, dass in diesem Augenblick Helmut Kohl Bundeskanzler war. Als Historiker wusste er um den Wankelmut der Weltgeschichte. Und als Christdemokrat besaß er jenen Glauben, an dem die CDU immer festgehalten hat: den Glauben an die deutsche Wiedervereinigung.
Schon im Dezember 1989 hatte Helmut Kohl den Dresdnerinnen und Dresdnern bei seinem Besuch zugerufen: „Mein Ziel bleibt – wenn die geschichtliche Stunde es zulässt – die Einheit unserer Nation.“
Viele andere hätten damals gezögert. Helmut Kohl tat es nicht. Er stand zu seinem Wort. Auch das war mutig. So wurde aus der Aufgabe, die Zukunft nach der gewonnenen Freiheit zu gestalten, eine gemeinsame Aufgabe der Deutschen. Heute leben wir in einem wiedervereinigten Deutschland und schauen stolz auf fast 30 Jahre gemeinsamer Geschichte.
Wir haben viele gemeinsam erreicht. Aber, es bleibt noch genug zu tun. An den gleichwertigen Lebensverhältnissen müssen wir weiter arbeiten. Sie sind heute jedoch keine Frage der Himmelsrichtung mehr.
Der 9. November hat uns gezeigt, was Mut bewirken kann. Mut brauchen wir auch heute, 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Denn unser Land steht vor großen Herausforderungen. Dafür sorgt die Welt, in der wir leben. Sie hat sich radikal verändert und rüttelt an Vertrautem. Bleibt unser Land, wie es heute ist, wird es in 20 Jahren nicht mehr zu den führenden Volkswirtschaften zählen.
Ja, wir wollen als CDU unser Land gestalten, wir wollen Zukunft gestalten. Und dabei wissen wir: Das wird uns nur aus der Mitte heraus gelingen.
Angesichts vieler Polarisierungen in unserem Land brauchen wir eine Kraft, die aus der Mitte heraus zusammenführt. Und diese Kraft – das ist die CDU. Weil es um die Zukunft geht, weil es um unsere Grundsätze geht, weil es um unsere Werte geht.
Die Bürgerinnen und Bürger schauen zuerst auf die CDU, wenn Herausforderungen anstehen. Sie erwarten von uns, dass wir eine problemlösende und zukunftsorientierte Kraft sind. So war es vor 30 Jahren nach dem Mauerfall. So ist es heute.

Vor dem Hintergrund dieses historischen Rahmens freut es mich, dass wir heute in Ducherow zu unserem Parteitag zusammenkommen.
Ich wünsche uns allen interessante Beratungen, gute Gespräche und erfolgreiche Wahlen.

Vielen Dank, dass Sie mit Ihrem Engagement die CDU in Vorpommern-Greifswald mit Leben erfüllen. Ich möchte Sie nun bitten sich von Ihren Plätzen zu erheben und gemeinsam in Erinnerung an den Mauerfall die Nationalhymne zu singen.

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